Hochzeit rund um die Welt

Hochzeit rund um die WeltJa, yes, evet, naam, ken, shi, sim, ndio… überall auf der Welt geben sich Heiratswillige das Ja-Wort und beschließen auf diesem Wege den Bund ihrer Ehe.

Ganz nüchtern ausgedrückt ist die Hochzeit ein zeremonieller Akt, bei dem zwei Individuen beschließen, das Leben künftig miteinander zu teilen. Jeder Kontinent, jedes Land, jede Kultur, Religion, jede Gemeinschaft und schließlich jeder einzelne Mensch hat hierfür seine eigenen Vorstellungen und Wünsche. So verschieden wie die Menschen sind, so verschieden gestalten sich ihre Hochzeitszeremonien.

Bereits hierzulande gibt es zahllose Möglichkeiten diesen Tag zu gestalten. Der Trend geht dahin sich nicht mehr kirchlich, sondern alternativ und individuell trauen zu lassen. Der Großteil der deutschen Bevölkerung gestaltet sich diesen ganz besonderen Tag mittlerweile frei von verbindlichen Vorgaben und Konventionen und besiegelt das gegenseitige Gelübde vor dem Standesbeamten, statt vor dem Pfarrer.

Wenn die Hochzeitskultur also bereits innerhalb eines Landes so verschieden aussehen kann, wie vielfältig mag sie sich dann im Rest der Welt gestalten?
Eine Übersicht kann der Blick auf die verschiedenen Religionen und ihren Umgang mit der Hochzeit bieten. Die Hochzeitszeremonie wird hier von einem Geistlichen geleitet, sie befindet sich in einem festen Rahmen und ist mit verschiedenen Symbolen und Ritualen durchdrungen, die den Eintritt in den neuen Lebensabschnitt versinnbildlichen. Die Ehe ist eine heilige Verbindung, die nur in Ausnahmefällen geschieden werden darf.
Zumeist werden Brautgaben vergeben, sie können sowohl materiellen als auch symbolischen Wert besitzen. Je nach Tradition, Kultur und Auslebung des Glaubens können die Hochzeiten innerhalb einer Religionsgemeinschaft unterschiedlich ablaufen.

Im Christentum ist die Ehe ein Sakrament. Die Hochzeitszeremonie wird mit einem Gebet eingeleitet. Es folgen Lesungen aus der Bibel sowie Predigten. Das Brautpaar wird nach seinem Willen befragt, der Segen gesprochen und die Ringe ausgetauscht.

In der jüdischen Tradition stellt die Hochzeit einen Neubeginn im Leben des Brautpaares dar, viele traditionelle Familien fasten daher am Hochzeitstag um sich von den Sünden der Vergangenheit zu reinigen. Die Zeremonie wird meist im Freien unter einem Baldachin durchgeführt. Der Rabbiner spricht den Segen über einem Weinbecher, aus dem beide Brautleute trinken. Die Ringe werden ausgetauscht und nach Aushändigung des Ehevertrages spricht der Geistliche sieben Hochzeitssegensprüche. Zum Ende der Zeremonie zertritt der Mann ein Glas.

Mit der muslimischen Hochzeit sind viele Formalitäten verbunden. Das Paar kann sich vorher mit einer Autoritätsperson treffen und Fragen bezüglich der Ehe stellen, außerdem werden die Ehevereinbarungen besprochen. In einem Ehevertrag werden gegenseitige Rechte und Pflichten festgehalten. Die Zeremonie ist recht kurz und kann in privaten Räumen oder der Moschee stattfinden. Es werden heilige Verse rezitiert und Gott gehuldigt. Nachdem sich das Ja-Wort gegeben wurde, wird noch einmal gebetet und schon ist die Zeremonie vorbei. Während der Feier ist es meist üblich, dass Frauen und Männer getrennt feiern, damit beide ungestört feiern und tanzen können.

Der Buddhismus spricht sich weder für noch gegen eine Ehe aus. Die Hochzeit ist frei zu gestalten, je nach individuellen Glauben. Üblicherweise findet sie in den Morgenstunden und in der Anwesenheit von Mönchen in den eigenen Räumen – nicht im Tempel – statt. Es werden religiöse Texte rezitiert und anschließend werden die Hände des Brautpaares mit einem geweihten Band verbunden, während Ansprachen gehalten werden. Nach der Zeremonie essen alle Beteiligten zusammen, wobei als erstes die Mönche mit dem Essen beginnen.

Bei Anhängern des Hindusmus ist die Hochzeit ein riesiges Fest, das an mehreren Tagen mit der gesamten Familie gefeiert wird. Innerhalb der Zeremonie übergibt der Vater der Braut seine Tochter formell an den Ehemann. Der Sari der Braut wird häufig mit dem Schultertuch des Bräutigams verknotet, um die eheliche Verbindung darzustellen. Braut und Bräutigam laufen daraufhin sieben mal um das heilige Feuer. Traditionell wird der Frau von ihrem Mann der farbige Bindi auf die Stirn getupft. Dieser soll das Paar und ihr Haus schützen.

Viele bekannte Rituale haben keine religiösen Hintergrund. So das Henna im orientalischen Raum, das “something old, something new” aus England oder der Polterabend sowie das Reiswerfen im deutschen Raum. Jede Kultur hat ihre Eigenheiten und so gestalten sich Hochzeiten weltweit verschieden und bilden den Anfang eines neuen Lebensabschnitts.